Studieren, wie geht das?

 

Studiengänge

Am Fachbereich 02 studiert man konsekutive Studiengänge, d.h. einen grundständigen Bachelorstudiengang, auf den ein aufbauender Masterstudiengang zur inhaltlichen Spezialisierung und weiteren Qualifikation folgen kann. Ein Bachelorabschluss ist aber ein erster berufsqualifizierender Abschluss, d.h. er befähigt durchaus auch zum Wechsel in einen Beruf, sodass ein Masterstudium nicht zwingend notwendig ist. Ein Bachelorabschluss befähigt je nach Fach und Zugangsvoraussetzung zudem zu einem Masterstudium an einer anderen Universität.

Zu unterscheiden sind Ein-Fach- und Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge: „Sportwissenschaft“ & „Psychologie“ sind Ein-Fach-Bachelor, d.h. man studiert nur dieses eine Fach. Die anderen Studienfächer am FB 02 sind Zwei-Fach-Bachelor, d.h. man studiert ein Kernfach (mit einem Umfang von 2/3 des Gesamtumfangs) und ein Beifach (mit einem Umfang von 1/3). Hier ist es also möglich, verschiedene Fächer zu kombinieren, was dem Studium eine interdisziplinäre Ausrichtung gibt. Es ist möglich, auch ein weiteres Fach aus einem anderen Fachbereich zu wählen, der ebenfalls Zwei-Fächer-Bachelor anbietet. Allerdings kann man manche Fächer nur als Kern- oder nur als Beifach wählen. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Portal "Studium" der JGU unter "Studiengänge": https://www.studium.uni-mainz.de/studiengaenge/

 

Zugangsvoraussetzungen

Manche Fächer an der JGU sind frei zugänglich, man kann sich also bei Erfüllung der allgemeinen Zugangsvoraussetzungen (Hochschulzugangsberechtigung, Fremdsprachenkenntnisse etc.) und Einhaltung der Bewerbungsfristen für diese im Erststudium einschreiben. Andere Fächer, darunter auch die am Fachbereich 02, sind hingegen zulassungsbeschränkt, d.h. die Studienplätze, die pro Semester vergeben werden, sind begrenzt. Die verfügbaren Plätze werden hier zum größten Teil nach Abiturnote (der sogenannte „numerus clausus“ = NC-Wert) und zu einem kleineren Teil nach Wartezeit (also Anzahl der Semester zwischen Erwerb der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung und Aufnahme des ersten Studiums) vergeben. In Einzelfällen kann es noch weitere Zugangsvoraussetzungen geben, wie z.B. Aufnahmetests. Nähere Informationen hierzu sowie zum Bewerbungsverfahren generell finden Sie im Portal "Studium" der JGU unter "Bewerbung": https://www.studium.uni-mainz.de/bewerbung/

 

Umfang und Aufwand

Insgesamt ist ein Bachelorstudium i.d.R. auf 6 Semester (3 Jahre), ein Masterstudium i.d.R. auf 4 Semester (2 Jahre) angelegt. Hierbei handelt es sich ausdrücklich um eine Regelstudienzeit, die aber nicht bindend ist, d.h. man kann je nach Möglichkeiten und Interessen auch länger studieren. Im Bachelorstudium muss man i.d.R. insgesamt mindestens 180 Leistungspunkte erwerben, im Masterstudium i.d.R. 120 LP, um das Studium erfolgreich abzuschließen. Ein Leistungspunkt entspricht dabei in etwa 30 Stunden Arbeitsaufwand, wobei hier sowohl die Anwesenheitszeit an der Universität in Lerveranstaltungen als auch deren Vor- und Nachbereitung, die Prüfungsvorbereitung und das Selbststudium zuhause eingerechnet sind. Die Einzelheiten zu Inhalten, Umfang und Anforderungen sowie zu Rechten und Pflichten bezüglich Ihres Studiums sind in der sog. Prüfungsordnung festgehalten. Noch detailliertere Informationen zu den Studieninhalten und Prüfungen finden Sie außerdem in den sog. Modulhandbüchern. Diese Dokumente können Sie - nach Fächern geordnet - auf unserer Seite im Bereich "Fächer-Infos & Downloads" einsehen.

Der universitäre Betrieb ist in Semestern, also Halbjahren, organisiert, welche immer sechs Monate von Anfang Oktober bis Ende März (Wintersemester) bzw. Anfang April bis Ende September (Sommersemester) umfassen. Jedes Semester hat aber nur ca. 14 Wochen Vorlesungszeit, was jene Zeit bezeichnet, in der die wöchentlichen Veranstaltungen an der Uni stattfinden. Die Zeit zwischen den Vorlesungszeiten der Semester ist die vorlesungsfreie Zeit, auch Semesterferien genannt. Hier haben Sie keine wöchentlichen Veranstaltungen mehr, müsen also i.d.R. nicht mehr zwingend an der Uni sein. Allerdings ist dies die Phase, in der viele Prüfungen abgelegt oder Seminararbeiten verfasst werden müssen. Außerdem ist hier ausreichend Zeit für Weiterbildungen, Praktika, Nebenjobs oder eben einfach nur Urlaub und Erholung.

 

Lehrveranstaltungsformen

An der Universität gibt es, anders als etwa in der Schule, sehr unterschiedliche Formen von Lehrveranstaltungen, die sich in der Arbeitsform, den Dozierenden sowie dem Verpflichtungsgrad unterscheiden. Im Regelfall finden diese Veranstaltungen wöchentlich an festen Tagen statt und umfassen sehr häufig zwei oder vier Semesterwochenstunden (SWS), dies bedeutet 1,5 oder 3 Zeitstunden pro Woche während der Vorlesungszeit. Folgende sind dabei die häufigsten Formen (wenn auch nicht alle möglichen - so kann es auch je nach Fach/Institut Unterschiede in der Bezeichnung und Umsetzung geben):

  • Vorlesungen: Hier  vermitteln HochschullehrerInnen, also ProfessorInnen, Inhalte zu einem bestimmten Thema an eine große Gruppe von Studierenden, und zwar mittels eines wöchentlichen Vortrags. Die Teilnehmendenzahl ist nicht begrenzt und es besteht i.d.R. keine Anwesenheitspflicht.
  • Seminare: Hier erarbeiten sich Studierende unter der Anleitung von HochschullehrerInnen oder anderen Dozierenden/wissenschaftlichen MitarbeiterInnen/Lehrbeauftragten verschiedene Themen/Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven und in kleineren Gruppen. Die Zahl der Teilnehmenden ist normalerweise begrenzt, um eine angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre zu erzeugen und es besteht i.d.R. Anwesenheitspflicht. Das bedeutet, dass man an allen Sitzungen teilnehmen muss und nur in begründeten Fällen (z.B. Krankheit) ein paar Sitzungen verpassen darf. Die Studierenden nehmen in Seminaren eine wesentlich aktivere Rolle ein, müssen z.B. durch Diskussionen und Redebeiträge, durch Präsentationen oder schriftliche Ausarbeitungen aktiv am Kurs teilnehmen. Je nach Studienfortschritt unterscheiden sich Seminare in Proseminare, Seminare, Hauptseminaren und Oberseminare.
  • Übungen: Diese Kurse dienen dazu, die Inhalte aus anderen Lehrveranstaltungen zu vertiefen und zu ergänzen und das dort Erlernte auszuprobieren und anzuwenden. Ansonsten gelten üblicherweise ähnliche Rahmenbedingungen wie in Seminaren, also aktive Teilnahme der Studierenden, begrenzte Teilnehmendenzahl und Anwesenheitspflicht.
  • Tutorien: Diese Veranstaltungen bieten meist besondere Hilfestellungen für ausgewählte Inhalte, um (meist StudienanfängerInnen) bei schwierigen oder speziellen Themen eine weitere Möglichkeit zur Übung und Vertiefung zu geben. Die Besonderheit von Tutorien ist, dass sie meist nicht von Dozierenden, sondern von erfahrenen Studierenden geleitet werden.
  • Blockveranstaltungen: All die genannten Veranstaltungsformen sind theoretisch auch als Blockveranstaltungen denkbar. Häufig wird diese Form für Seminare genutzt. Hier finden Veranstaltungen nicht jede Woche, sondern eben im Block statt. Es gibt also wenige Einzeltermine, die dafür aber länger dauern.

 

Lehrveranstaltungsbelegung

Bei unseren Studiengängen handelt es sich um modularisierte Studiengänge, d.h. man belegt Module, welche aus mehreren, thematisch gruppierten und sich ergänzenden Lehrveranstaltungen bestehen. So besteht ein Modul bspw. aus einer Vorlesung, einer Übung und einem Seminar zum gleichen Überthema. Jedes Modul wird normalerweise mit einer Prüfung abgeschlossen, welche sich auf die Inhalte des gesamten Moduls oder auf einzelne Lehrveranstaltungen bezieht und in die Bachelornote einfließt. Wann Sie jedoch welche Module bzw. Lehrveranstaltungen im Studienverlauf belegen, ist sehr variabel und individuell nach den eigenen Studienwünschen und zusätzlichen Studineinhalten (Weiterbildungen, Auslandsaufenthalte, Praktika, etc.) anpassbar. Allerdings gibt es hierzu in jedem Fach Regelstudienverläufe, die einen Verlauf vorschlagen und an denen Sie sich orientieren können, um in der Regelstudienzeit ihren Abschluss zu erlangen. Dieser Studienverlaufsplan bringt die Studieninhalte in eine inhaltlich logische und nach Anforderungen optimierte und gestaffelte Reihenfolge. Letztlich ist es aber den Studierenden überlassen, wie ihr individueller "Stundenplan" in jedem Semester aussieht, allerdings muss man sich jedes Semester für einen Platz in den gewünschten Kursen bewerben. Hier ist nicht garantiert, dass man immer auch einen Platz im Wunschkurs oder gewünschten Zeit bekommt. Noch detailliertere Informationen zu den Studieninhalten und Prüfungen finden Sie außerdem in den sog. Modulhandbüchern. Diese Dokumente finden Sie - nach Fächern sortiert und verlinkt - im Bereich "Fächer-Infos & Downloads".

 

Prüfungsformen

Viele der Prüfungsformen der Universität werden Sie in ähnlicher Form bereits aus der Schule kennen, jedoch evtl. in etwas anderer Art und mit einer anderen Gewichtung. Zum Erwerb von Leistungspunkten können unterschiedliche Prüfungsformen, ggf. auch in Kombination, gefordert sein. In den meisten Fällen gilt auch, dass man Prüfungsleistungen, also einzelne Prüfungen, nicht beliebig oft wiederholen kann. In der Regel hat man insgesamt drei Versuche. Außerdem kann es Prüfungsformen geben, die man zur erfolgreichen Teilnahme an einzelnen Kursen ablegen muss, die aber nicht benotet werden oder deren Note nicht in die Abschlussnote eingehen. Die gängigsten - wenn auch nicht alle möglichen - Prüfungsformen an der Universität sind:

  • Klausuren: Wie in der Schule auch gibt es an der Uni oft Kurse/Module, welche durch eine Klausur abgeschlossen werden, in denen unter Aufsicht Aufgaben mit begrenzten Hilfsmitteln und in begrenzter Zeit bearbeitet werden müssen. Hierbei können sowohl Multiple Choice-Klausuren, Klausuren mit offenen Fragen als auch eKlausuren, also elektronische Klausuren am Computer, vorkommen. Zur Kontrolle von einzelnen Teilleistungen gibt es außerdem in manchen Fächern Tests, also sehr kurze, schriftliche Leistungsabfragen mit geringem Umfang.
  • Hausarbeiten: Gerade in den Sozialwissenschaften spielen Hausarbeiten, auch Seminararbeiten genannt, eine große Rolle. Hierbei handelt es sich um eine schriftliche wissenschaftliche Ausarbeitung zu einem konkreten Thema, die mehrere Seiten lang ist. Sie muss innerhalb einer fest gesetzten Frist selbstständig angefertigt werden. Zu diesem Prozess gehört meist nicht nur das Ausarbeiten und Schreiben an sich, sondern auch die Themenfindung, die Recherche und ggf. eine Erhebung von Daten. Wissenschaftliche Arbeiten folgen dabei festen Regeln und wissenschaftlichen Standards, die eingehalten werden müssen, weshalb hier nicht nur Inhalt, sondern auch Form, Aufbau  und wissenschaftliches Arbeiten insgesamt in die Bewertung einfließen. Auch bei der Bachelor- oder Masterabschlussarbeit handelt es sich um wissenschaftliche Arbeiten, welche jedoch einen größeren Umfang und somit auch eine größere Tiefe und höheren Anspruch haben.
  • Mündliche Prüfungen: Hier wird in einer festgelegten Zeit (oft ca. 30 bis 60 Minuten) Wissen und Transferfähigkeit zu vorher definierten Themen mündlich durch die Prüfenden abgefragt. Hilfsmittel sind meist nicht erlaubt.
  • Referate: In Referaten (bzw. Präsentationen, Vorträgen) muss - wie in der Schule auch - ein Thema bzw. ein Untersuchungsgegenstand dem "Publikum", also nicht nur den Dozierenden, sondern vor allem den anderen Studierenden, vorgestellt und nähergebracht werden. Manchmal sind Themen vorgegeben, manchmal muss das Thema selbst gewählt und eingegrenzt werden. Die Auswahl der wichtigen Inhalte und die Aufbereitung bzw. der Einsatz von Visualisierungsmitteln ist meist den Referierenden überlassen und gehört oft zur Anforderung mit dazu. Referate gibt es in vielen unterschiedlichen Variationen, je nach Vorstellung der Dozierenden, also z.B. Kurzreferate, Impulsreferate, Textvorstellungen, Stundengestaltungen uvm.

Die Notenvergabe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unterscheidet sich von der üblichen Notengebung in der Schule. Es gibt Noten von 1,0 bis 5,0 mit jeweils Zwischenschritten von 0,3 Notenpunkten. Die 1,0 ist dabei die beste Note, 4,0 die schlechteste Note mit der die Prüfung noch bestanden ist. Darunter liegt nur die 5,0 für nicht bestandene Prüfungsleistungen. Die jeweiligen Modulnoten werden in die Gesamtabschlussnote eingerechnet, werden aber nach Umfang des jeweiligen Moduls gewichtet.

 

Mehr als nur Studieren

Die obigen Ausführungen geben einen Einblick in das Studieren auf einer formalen Ebene, also welche Anforderungen an die Studierenden gestellt werden, welche Leistungen man in welchen Zeiträumen erbringen muss etc. Darüber hinaus bedeutet Studieren aber natürlich auf einer informellen Ebene noch viel, viel mehr: Welche informellen Anforderungen und Voraussetzungen man erfüllen muss, welche "soft skills" an der Uni gefragt sind, vor allem aber auch, welche vielfältigen Möglichkeiten das Studium für die persönliche Entwicklung und Entfaltung, für Weiterbildung und Kompetenzerwerb aber auch für Spaß, Kultur und Gemeinschaft bietet. Studieren, das heißt....

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Einige wichtige Aspekte, die Ihnen ein Studium an der Uni Mainz ermöglicht, möchten wir im Folgenden herausheben:

Praktika und berufspraktische Übungen

In vielen Studiengängen sind mehrwöchige Pflichtpraktika außerhalb der Universität oder auch berufspraktische Übungen als Teil der Lehrveranstaltungen vorgesehen, damit Studierende auch den nötigen Einblick in die Berufspraxis erhalten. Außerdem bieten die Studiengänge meist die Flexibilität, auch freiwillige Praktika, z.B. während der Semesterferien, zu absolvieren. Im Zuge einer zeitnahen Berufsorientierung ist dies sogar oftmals sehr empfehlenswert, um in die verschiedenen möglichen Tätigkeitsfelder "hineinzuschnuppern".

 

Auslandsaufenthalte

Die Uni Mainz sowie auch speziell die Insittute am Fachbereich 02 unterhalten vielfältige Beziehungen zu Universitäten im europäischen und außereuropäischen Ausland, um möglichst vielen Studierenden einen Studienaufenthalt im Ausland ohne große Zeitverluste im Studienverlauf zu ermöglichen. Außerdem existieren viele Stipendienprogramme, um einen Auslandsaufenthalt auch sozialverträglich durchführen zu können. Zudem gibt es ebenso die Möglichkeit, über bestimmte Programme Auslandspraktika zu absolvieren. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Seite im Bereich "Ab ins Ausland!".

 

Sport-, Kultur- und Weiterbildungsangebote

An der Uni Mainz gibt es von zahlreichen Anbietern die Möglichkeit, (für Studierende meist kostenlose) Weiterbildungsangebote zu unterschiedlichen Themen in Anspruch zu nehmen. Diese Angebote reichen vom Sportprogramm des Allgemeinen Hochschulsports über Sprachkurse des Internationalen Studien- und Sprachenkollegs (ISSK) bis hin zu EDV-Kursen des Zentrums für Datenverarbeitung (ZDV).

 

Campus- und Studierendenleben

Ein Studium an der Uni Mainz bedeutet auch, die Vorteile einer Campusuniversität, in der fast alle Institute und Gebäude sich auf dem Campus und nicht in der ganzen Stadt verteilt befinden, zu genießen. Egal ob früh oder spät, ob Sommer oder Winter - auf dem Campus ist eigentlich immer etwas los. Lerngruppen, Partys, Kulturveranstaltungen oder einfach nur mit Freunden in gemütlicher Runde quatschen und sich über Uni und Nicht-Uni-Themen austauschen, all das macht ein Studium an der Uni Mainz aus. Zudem ist Mainz durch die Größe der JGU eine sehr junge und studentische Stadt, sodass sich dieses Klima auch abseits des Campus wiederfindet.