Sozialwissenschaft, was ist das?

Was sind Sozialwissenschaften?

Icon Familie"Sozialwissenschaften" - manchmal auch "Gesellschaftswissenschaften" genannt - bezeichnet wissenschaftliche Disziplinen, die Phänomene des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns, vor allem aber auch des gesellschaftlichen Zusammenlebens, untersuchen. Man beschäftigt sich hier also generell mit Individuen, welche eigene Meinungen, Einstellungen, Wünsche, Ziele und Motivationen haben, und untersucht vielfältige Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren, insbesondere im Zusammenspiel von zwei oder mehreren Menschen bzw. der Gesellschaft als Ganzem. Die Besonderheit im Vergleich zu anderen Wissenschaften ist dabei, dass der Forschungsgegenstand, also die Menschen, auf die Forschung selbst, auf deren Ergebnisse, aber eben auch auf einander reagieren, sich also im Laufe der Zeit und der Forschung ändern und (weiter)entwickeln. Keine zwei Menschen sind exakt gleich, ein Mensch zu zwei verschiedenen Zeitpunkten ebenfalls nicht. Außerdem kann man Menschen und ihr Zusammenleben unter sehr vielen verschiedenen Gesichtspunkten, und dabei selten einen einzelnen Aspekt isoliert, betrachten. Nicht zuletzt arbeitet sozialwissenschaftliche Forschung sehr häufig an aktuellen Frage- und Problemstellungen mit unmittelbarer und hoher gesellschaftlicher Relevanz. Das wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet stellt sich daher äußerst anspruchsvoll, spannend und thematisch sehr vielfältig dar.

 

Was bedeutet Wissenschaft?

Icon DoktorhutAn der Universität betreibt man, anders als noch in der Schule, Wissenschaft, d.h., es geht nicht nur darum, bereits existierendes Wissen zu erlernen, sondern vor allem darum, selbst Wissen zu produzieren und zu lernen, wie genau man das tut. Dies beinhaltet zunächst, dass man Vorhandenes sichtet und sich aneignet. Hierzu besucht man Lehrveranstaltungen, nimmt die dortigen Inhalte zum Wissensstand und zu sozialwissenschaftlichen Methoden und der Forschung auf und recherchiert in bzw. liest Fachliteratur, um den eigenen Wissensstand zu komplettieren. Der nächste Schritt ist es, eigene Vorstellungen aus dem Gelernten zu entwickeln. Dies erfordert analytisches Denken und das Bilden von (Hypo-)Thesen & Theorien, um Aussagen über die soziale Wirklichkeit treffen und diese bis zu einem gewissen Grad "vorhersagen" zu können. Die so entstandenen Ideen müssen weiterhin durch Beobachtung und Erfahrung überprüft werden. Hierzu lernt man, sozialwissenschaftliche Methoden anzuwenden, um letztlich durch (eigene) Studien und Forschung neue Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Erkenntnisse werden letztlich Anderen zur Verfügung gestellt, sei es durch Präsentationen und Vorträge oder durch das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten, also durch wissenschaftliches Schreiben. Als Studierende werden Sie nicht immer alle diese Ebenen wissenschaftlichen Arbeitens durchlaufen oder erleben. Dennoch werden Sie in Ihrer Zeit an der Universität einen tiefen Einblick in den wissenschaftlichen Arbeitsprozess gewinnen und vor allem die Regeln der Wissenschaft verinnerlichen, denn das Arbeiten an der Uni ist keineswegs beliebig, sondern geschieht systematisch und nach bestimmten Normen und Standards.

 

Was muss ich mitbringen?

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Was benötigt man für ein Studium der Sozialwissenschaften am Fachbereich 02? Neben den formalen Zugangsvoraussetzungen (nähere Infos hierzu finden Sie im Bereich "Steckbriefe der Fächer") sollten Studierende selbstverständlich Interesse an Menschen und ihren Lebensbedingungen sowie Lust am analytischen Denken mitbringen. Wissenschaft bedeutet außerdem immer auch Teamarbeit, d.h. auch während Ihres Studiums werden Sie häufig in Kleingruppen arbeiten. Daher sind auch Kontaktfähigkeit und Freude am gemeinsamen Erarbeiten von Inhalten in den Sozialwissenschaften gefragt. Ein weiterer wichtiger Punkt - und zugleich auch formale Zugangsvoraussetzung - sind entsprechende Fremdsprachenkenntisse, z.B. in Englisch, weil Sie in zunehmend international ausgerichteten Studiengängen auch fremdsprachiger Fachliteratur begegnen werden. Da einige Fächer einen Fokus auf quantitativer Forschung haben, ist auch Mathematik, genauer gesagt Statistik bzw. Stochastik, Teil des Studiums, weshalb hier eine gewisse Sicherheit im Umgang mit Zahlen von Vorteil sein kann. Ein weiterer wichtiger Punkt für das Studium ist die ausreichende Selbstmotivation und -organisation, denn 'Studium' bedeutet zu großen Teilen auch 'Selbststudium'. Was und wieviel Sie zu welchen Themen an der Uni lernen und welche Qualifikationen Sie erwerben, hängt dabei nicht nur vom “Lehrplan” oder von den “Lehrenden” ab, sondern in erster Linie von Ihnen selbst und Ihrem Engagement. Das soll natürlich nicht heißen, dass Sie in all diesen Dingen bereits Profi sein müssen, um erfolgreich an unserem Fachbereich studieren zu können. Ihre Fähigkeiten können Sie auch während Ihrer Zeit an der Uni noch ausbauen, entweder in den Pflichtveranstaltungen Ihres Studienganges oder durch zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Welche inhaltliche Ausrichtung gibt es?

Icon BücherbergDie Institute am Fachbereich 02 legen großen Wert auf eine thematisch breite und interdisziplinäre sowie eine eng mit Forschung und Praxis verzahnte Lehre. Neben fundiertem theoretischen Wissen vermitteln unsere Studiengänge Kenntnisse verschiedener sozialwissenschaftlicher Methoden und stellen durch Praktika und berufspraktische Übungen die nötige Praxisnähe – sowohl zur Forschung als auch zu Berufsbildern – her. Unsere Institute ermöglichen außerdem durch verschiedene thematische Schwerpunkte einen Einblick in die Bandbreite der jeweiligen Fachdisziplin. Unsere Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge (Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft, Publizistik und Soziologie) sind zudem bereits durch die Kombination aus einem Kern- und einem Beifach bereits interdisziplinär angelegt. Hier haben Sie die Möglichkeit, zwei Fächer, auch aus verschiedenen Fachbereichen, zu kombinieren und somit einen individuellen inhaltlichen Schwerpunkt Ihres Studiums zu schaffen. Somit ist außerdem bereits frühzeitig eine Orientierung für eine mögliche weitere Schwerpunktsetzung in einem sich möglicherweise anschließenden Masterstudium möglich.

 

Was macht man damit?

Icon ToolsKonkrete Berufsbilder, für die man ausgebildet wird und zu denen man nach dem Abschluss exklusiv befähigt ist, gibt es in vielen sozialwissenschaftlichen Studiengängen nicht. Oftmals ist das Studium so ausgerichtet, dass man prinzipiell als Wissenschaftler/in ausgebildet wird. Dennoch ist es nicht unüblich - ja eigentlich sogar die Regel - dass die wenigsten Studierenden nach ihrem Abschluss in der Wissenschaft an der Universität arbeiten. Strebt man also eine Tätigkeit außerhalb der Universität an, sollte man bereits frühzeitig im Studium durch Eigeninitiative seine Interessen und Berufswünsche erkunden, z.B. durch Praktika, Workshops oder Weiterbildungen. Viele Studiengänge sind thematisch breit und interdisziplinär ausgerichtet, sodass man einen Einblick in verschiedene Themen und Berufsfelder bekommt. Der Vorteil hierbei ist, dass einem durch einen sozialwissenschaftlichen Abschluss eine große Bandbreite an Möglichkeiten offen steht. Wichtig ist aber auch, dass man sich durch im oder neben dem Studium erworbene “soft skills”, praktische Erfahrungen oder Zusatzqualifikationen (wie z.B. Auslandsaufenthalte, Weiterbildungen) auszeichnet.